Alte Spittel
Die Zeit der Entstehung des Fremdenspitals von Visp lässt sich nicht genau feststellen. Die Grundlage zu dieser Stiftung schuf ein gewisser Theodul Lambien im 17. Jahrhundert. Aus besonderem
Erbarmen gegen arme Reisende und Pilger bestimmte er testamentarisch ein Haus mit eigenen Gütern fuer die unentgeldliche Beherbung notdürftiger Durchreisender. Nach etlichen Jahren wurden aber
sämtliche Liegenschaften des Spitals für 1760 Pfund verkauft und die Zinsen des Erlöses kamen den Armen zugute.
Landeshauptmann FranzJoseph Burgener (1697-1767) fasste nun den Plan, die alte Stiftung neu aufleben zu lassen. Im Einverständnis von Bischof Johann Joseph Blatter (1684-1752), einem gebürtigen
Visper, und dem Landvogt Joseph Zurkirchen (1676-1753), kaufte er 1751 das Haus des verstorbenen Kastlans Johann Bartholomäus Sterren (1672-1721) und liess es für die Aufnahme armer Reisende und
Pilger einrichten. Das “Alte Spittel“ stand bis 1965 armen Wanderern und Durchreisenden offen und wurde alsdann zum Internat der heilpädagogischen Schule umgebaut.
Das Haus selber wurde wie eine Inschrift im ersten Stock meldet, im Jahr 1584 von Landeshauptmann Johann In-Albon aus Visp erbaut und 1601 erweitert. Er hatte bereits 1569 von der Burgerschaft
den Platz der abgebrannten Säge, Bläue, Mühle und Pfisterei abgekauft um darauf ein neues Haus zu bauen. Landeshauptmann In-Albon war ein ehrgeiziger Politiker. Kein Walliser Staatsmann hat vor
ihm so viele Ämter in seiner Person vereinigt und so zäh daran gehangen. Er starb am 26. Januar 1608 und wurde in der Pfarrkirche St. Martin begraben. Seinen Erben hinterliess er ein gewaltiges
Vermögen, dessen Güter sich von Mörel bis nach Martinach und Entremont erstreckten.



