Cricer-Haus
Im Jahr 1518 zerstörte ein Feuer den grössten Teil der Häuser auf dem Gräfi-Biel. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten entstanden unter Einbezug der Brandruinen, neue, prächtige
Patrizierhäuser.
Das Cricer-Haus wurde laut Inschriften in den Stuben des ersten und zweiten Stockwerkes und auf der Eingangstür in den Jahren 1575-1577 erbaut.
Der Bauherr, Theodul I. Kreuzer, geboren um 1509/10, war ein Sohn des Visper Burgers Johann Kreuzer und der Anna de Platea, aus vornehmem Visper Adelsgeschlecht. Als angesehener Visper Burger
bekleidete Theodul I. Kreuzer auch politische Ämter. So war er mehrmals Ammann der Talschaft Geren, Burgermeister von Visp, Grosskastlan des Zendens und Abgeordneter am Landrat sowie Kastlan der
Herrschaft Niedergesteln-Lötschen. In den Jahren 1570-1571 erklomm er die zweithöchste weltliche Würde des Wallis: er war Statthalter des Landeshauptmanns Anton Kalbermatten von Sitten.
Theodul I. Kreuzer war verheiratet mit der in Lalden aufgewachsenen Visper Burgerin Christina Zmillacher. Laut Inschrift im Hausinnern hatte das Ehepaar 16 Kinder. Der bekannteste unter den
Söhnen war Theodul II. Kreuzer, der sich 1586 mit Anna Lochmatter von Visp verheiratete und wie sein Vater mehrere öffentliche Ämter bekleidete. Seine zwei Söhne, Theodul III. und Anton Kreuzer
liessen sich im Goms nieder. In Visp erlosch das Burgergeschlecht Kreuzer bereits im Jahr 1687 mit dem Tod des Nikolaus Kreuzer, Kastlans von Baltschieder-Gründen.
Das “Cricer-Haus“ auf dem Gräfi-Biel war bereits 1665 an Johann Bartholomäus Sterren von Visp verkauft worden. Im 19. Jh. wurde das Haus von der Familie Franz Bilgischer-Jossen bewohnt: ein
Giltsteinofen im ersten Stockwerk erinnert noch an die damaligen Besitzer.
Bei der Restaurierung 1984 kam die farbenfrohe Architekturmalerei zum Vorschein: ockerfarbene Randquader, begleitet von schwarzem Kleeblattbogenfries.



