Schützenlaube


Wo die Schützenhausgasse einen Linksbogen um das Chritzerhaus schlägt, steht am rechten Rand der Gasse auf einem markanten, nach Westen vorspringenden Felskopf das Schützenhaus oder die Schützenlaube.

 

Zu kriegerischen Zeiten beschlossen Bischof Matthäus Schiner und der Walliser Landrat im Jahr 1501, die Soldaten besser auszurüsten und dazu Waffen und Munition zu kaufen. Bald einmal musste man feststellen, dass Waffen nur dann einen Nutzen bringen, wenn man ihre Handhabung kennt und regelmässig einübt. So beschloss der Walliser Landrat im Dezember 1545, in allen Zenden ein Schiessen durchzuführen und dazu Preise auszusetzen. Nach einigen Schwierigkeiten fand das erste Landesschiessen 1550 am Gräfibiel in Visp statt. Für die Organisation war eine Schützenzunft verantwortlich. Sie wurde in die damalige Verwaltung, die Burgerschaft, eingegliedert. 1664 erbaute die Burgerschaft das Schützenhaus, das heute noch den Aufstieg zum Gräfibiel ziert. Geschossen wurde durch die Rundbogenfenster im Untergeschoss an den Fuss des Schlusselachers am westlichen Gegenhang. Im gleichen Jahr gaben sich die Schützen eigene Satzungen, deren Substanz heute noch gültig ist. 1865 entliess die Burgerschaft die Schützenzunft in die Selbständigkeit mit der Auflage, das Schützenhaus selbst zu betreuen. Seither waren die Schiessstände bereits zweimal an andere Plätze zu versetzen. Die Schützen der Zunft treffen sich immer noch jedes Jahr an vier Sonntagen zum nachmittäglichen Schiessen und zum gemeinsamen Nachtessen in der Schützenlaube. Dabei gelten weiterhin die alten Satzungen und Regeln.

 

Im Untergeschoss des Gebäudes, in der „Galerie zur Schützenlaube“, organisiert der Kunstverein Oberwallis regelmässig Ausstellungen mit Werken von lokalen und regionale, aber auch von international bekannten Künstlern.

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