Der Turmweg und die Kaplaneigasse
Im Turmweg ragt der spätromanische Turm aus dem frühen 14. Jahrhundert vor uns auf, das markante Wahrzeichen von Alt-Visp. Aus dem Glockengeschoss unter der Turmspitze ertönt bei festlichen Anlässen das Carillon, das von Hand angeschlagene Glockenspiel.
Nach dem Rundgang um die Dreikönigskirche bietet uns die Kaplaneigasse, die an der Südseite terrassenartig angelegt ist, einen guten Überblick bis hinauf zur St. Martinskirche.
Zuerst steht ein grosses Schulhaus, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut worden war, im Blickfeld. Der direkt unter uns liegende weite Platz östlich des Schulhauses erhielt erst in den vergangenen 60er Jahren seine heutige Gestalt. Umgeben von Rebbergen und einem Obstgarten stand dort früher ein prächtiges Walliser Haus aus Holz und Stein. Hier, In der damaligen Kaplanei, wohnte der Kaplan, der Seelsorger der Dreikönigskirche. Der Pfarrherr war der Leiter der Pfarrei, die Kapläne betreuten die zahlreichen Filialpfarreien rund um Visp. Während Jahrhunderten hatten die Seelsorger der Pfarrei für ihren Lebensunterhalt dem Amt zugewiesene Pfründe. Dem Pfarrherren gehörte der Pfarreigarten und „Ds Pfarrersch Schiirli“, die Scheune des Pfarrers. Nach der Loslösung der Pfarrei mussten die Terbiner, die Bewohner von Visperterminen, dem Pfarrer von Visp noch im 19. Jahrhundert jedes Jahr einen Laib Heida, einen Alpkäse aus dem Nanztal, spenden.
In der Senke gegen Süden fällt der dreistöckige Alte Spittel auf, der Wohnsitz von Landeshauptmann Johannes In-Albon aus dem Jahr 1584. Über dem Rundbogenportal aus Tuffstein fällt der Pechnasen-Erker auf. An der Westfassade kleben hervorspringende Toilettentürme. Das Haus wurde 1751 durch Franz Josef Burgener in ein Spittel umgewandelt, eine Herberge für bedürftige Reisende. Heute befindet sich im Alten Spittel ein Jugendzentrum.



